Knabbereien für Nager selbst herstellen

Viele Tierbesitzer kaufen in den Zoohandlungen oder Supermärkten fertige Knabberstangen und ähnliche Leckerlis für ihre Nager. Schließlich soll sich das Tier wohl fühlen und ein klein wenig verwöhnt werden. Allerdings tun sie ihren Kaninchen, Meerschweinchen und Hamstern in den seltensten Fällen einen echten Gefallen, denn die fertig hergestellten Knabbereien für Nager sind meist viel zu süß. Meist wird den Fertigprodukten Zucker oder Honig beigegeben, doch beides sind Nahrungsmittel, mit denen Nager in der Wildnis so gar nichts anfangen können. Wer seinem Nager etwas Gutes tun möchte, sollte daher selbst zur Tat schreiten und Knabbereien aus gesunden Zutaten herstellen.

Knabberstangen für Nager mit Hirse

Hirse ist ein Getreide, das auch Nager sehr mögen und das in verschiedenen Varianten oder auch als praktischer “Hirse-Mix” erhältlich ist. Um eine gesunde Knabberstange selbst herzustellen, werden Hirseflocken mit Wasser zu einem klebrigen Teig vermischt. In diese klebrige Masse werden dann verschiedene Zutaten gegeben: Dies kann das ganz normale Körnerfutter des Nagers sein, Kräuter oder Gemüsestückchen. Wichtig: Wird Gemüse verarbeitet, muss dieses zunächst getrocknet werden, damit es länger haltbar ist. Schließlich wird auch der hungrigste Nager die Knabberstange nicht ruckzuck vollständig verspeisen.

Der Teig wird nun zu einer typische Knabberstangenrolle geformt (oder wahlweise auch in andere Formen wie Herzen oder runde Kekse) und noch einmal durch die Körner gerollt, so dass diese die Stange rundum von außen bedecken. Anschließend wird sie im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten gebacken bis sie hart ist. Abkühlen lassen und den Nager überraschen. Damit sich der Aufwand lohnt, ist es natürlich sinnvoll, gleich mehrere Knabberstangen auf einmal herzustellen.

Ein Heuball macht den Nagern Spaß

Viel Zeit werden die Nager auch mit einem leckeren Heuball verbringen, der mit wenig Aufwand selbst hergestellt werden kann. Dazu wird aus gewöhnlichem Heu zunächst ein Ball geformt. Damit er seine Form behält, können einzelne starke Heufäden zusammengeflochten werden. Durch ein Loch wird der Ball nun mit verschiedenen getrockneten Kräutern aus dem Garten gefüllt, zum Beispiel Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee und verschiedene Gräser – je nachdem was zu finden ist. Auch einige Möhrenschnitze oder anderes getrocknetes Obst kann in den Heuball gegeben werden. Für die Tiere wird es eine Weile dauern, bis sie sich durch das Heu genagt haben und den köstlichen Kern entdecken.

Kein Mehl für Kaninchen oder Meerschweinchen

Oft sind im Internet Leckerli-Rezepte zu finden, die Mehl enthalten. Mehl ist jedoch längst nicht für alle Nager empfehlenswert. Dies liegt daran, dass Mehl ein Getreideprodukt ist und die in Getreide enthaltene Stärke dem empfindichen Darm des Kaninchen oder des Meerschweinchens nicht bekommt. Dies gilt auch für Haferflocken (ebenfalls Getreide) und alle Leckerlis, die in irgendeiner Form Milch oder Milchprodukte enthalten. Der Mensch darf bei der Fütterung der Nagetiere von sich selbst und seinen Bedürfnissen ausgehen. Im Zweifelsfalle freut sich das Tier immer mehr über ein Stück frisches Obst oder einen Zweig zum Knabbern als aufwändig fabrizierte Knabbereien oder gezuckerte Leckerlis aus dem Handel!