Kaninchen

Das Kaninchen gehört zu den klassischen Haustieren in Deutschland, das bereits seit vielen Jahrzehnten in deutschen Stuben heimisch ist. Aufgrund seiner sprichwörtlichen Vermehrungsfreudigkeit und der leichten Haltung wurde das Kaninchen schon vor vielen Jahrhunderten als “Hauskaninchen” gehalten und als günstiger Fell- und Fleischlieferant genutzt. Noch bis ins späte 20.Jahrhundert kam es regelmäßig zu bitteren Tränen in Familien, wenn sich die Kinder mit den Zuchtkaninchen angefreundet hatten, die unweigerlich den Gang in den Kochtopf antreten mussten. Die Kaninchenzucht wird auch heute noch häufig als Hobby betrieben.

Das Kaninchen im Haushalt

Theoretisch ist es möglich, Kaninchen auch in Käfigen in der Wohnung zu halten. Wirklich geeignet ist diese Form der Haltung jedoch nicht, denn die Nager brauchen viel Platz zum Herumhoppeln. Wird das Kaninchen jedoch in der Wohnung frei gelassen, wird es überall Spuren hinterlassen. Dazu gehören nicht nur Urin und Kot: Da sie für ihr Leben gerne alles Anknabbern, was ihnen in die Beißer kommt, sind weder Möbel noch elektronische Kabel vor ihnen sicher.

Ganz wichtig: die Nager dürfen nicht einsam gehalten werden. Sie leben normalerweise in größeren Rudeln und sind kreuzunglücklich wenn sie alleine sind. Weder menschliche Kontakte noch Meerschweinchen, die ihnen gerne als Partner gegeben werden, sind ein Ersatz für andere Kaninchen.

Sinnvoll ist die Kaninchenhaltung daher  nur dann, wenn ausreichend Platz und ein Garten vorhanden ist. Im Garten können sie in einem kleinen Kaninchenstall schlafen, in dem genug Platz für zwei oder mehr Tiere ist und im Gehege haben sie genügend Auslauf. Der natürliche Boden kommt zu dem ihrem Drang zum Höhlen buddeln entgegen.

Die Ernährung des Kaninchens

Kaninchen sind Vegetarier und ernähren sich vor allem von Heu und anderem Grünfutter. Werden die Kaninchen im Freien gehalten, können sie sich im Sommer vor allem vom natürlich wachsenden Gras ernähren. Daneben sollte jedoch auch immer Heu im Stall vorhanden sein und natürlich frisches Trinkwasser. Werden die Kaninchen in der Wohnung gehalten, sollten sie neben Heu auch täglich frisches Grünzeug bekommen, zum Beispiel Salatblätter und Möhren. Alle Kaninchen freuen sich zudem über Leckereien wie Äpfel, Birnen und Sellerie.

Damit sie ihre stetig wachsenden Zähne wetzen können, benötigen die kleinen Nager Äste. Werden die Nager  im Freien gehalten, können sie sich möglicherweise selbst an Sträuchern “bedienen”, doch in allen anderen Fällen sollten ihnen dicke Zweige von Obstbäumen in den Käfig oder ins Gehege gelegt werden. Der Zoohandel bietet zudem künstliche Knabbereien an, die den Kaninchen beim Wetzen der Zähne helfen.

Das im Handel erhältliche Trockenfutter für Kaninchen ist im Grunde zu “gehaltvoll” für die anspruchslosen Tiere und sollte daher wenn überhaupt nur in Maßen gefüttert werden.

Weitere wissenswerte Dinge über Kaninchen

Kaninchen sollten beim Tierarzt gegen Myxomatose und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) geimpft werden. Beides sind Viruserkrankungen, die gewöhnlich tödlich verlaufen. Nicht unumstritten ist die Impfung gegen den sogenannten Kaninchenschnupfen. Da dieser bei rechtzeitiger Behandlung nicht tödlich verläuft, raten viele Tierärzte von der Impfung ab.

Kaninchen eignen sich durchschnittlich gut als Haustiere für Kinder, solange die Kinder verantwortungsbewusst mit ihnen umgehen und Erwachsene ein Auge auf sie haben. Allerdings sind Kaninchen nur selten “Kuscheltiere” und werden schnell zappelig oder gar aggressiv, wenn Kinder sie heftig knuddeln wollen.

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