Der Igel im Winter

In den Wintermonaten füllen sich die Tierarztpraxen mit wohlmeinenden Menschen, die einen Igel im Garten oder auf einem Feldweg aufgelesen haben. Dabei benötigen Igel im Winter nur selten menschliche Hilfe und dann sollte diese am besten darin bestehen, den putzigen Tierchen einen sicheren Unterschlupf für den Winter zu bieten.

So erkennt man hilfsbedürftige Igel

Igel fressen sich im Herbst den notwendigen Winterspeck an, der sie durch die kalte Jahreszeit bringt. Daher ist sein Gewicht und seine Größe der wichtigste Hinweis, ob das Tier Hilfe braucht oder nicht. Wird der Igel im Garten gefunden, kann er kurz ins Haus genommen und auf die Küchenwaage gestellt werden: Liegt sein Gewicht über 400 Gramm, ist er gesund und sollte wieder an den Fundort zurückgebracht werden. Natürlich geht niemand mit der Küchenwaage in der Manteltasche spazieren. Wer einen Igel im Feld oder Park entdeckt, kann daher die Probe mit den Händen machen: Lässt sich der Igel mit beiden Händen umfassen und ist kleiner als eine Grapefruit, sollte er mitgenommen werden, denn dann ist er untergewichtig und kommt ohne Hilfe nicht durch den Winter.

Auch eine kurze Beobachtung des Tieres kann Auskunft über seinen Zustand geben: Röchelt oder hustet er, torkelt er wie betrunken herum oder zeigt Lähmungserscheinungen, ist er krank. Allerdings sollte Apathie nicht mit einer gewissen Schreckstarre verwechselt werden, in die der Igel verfällt, weil auf einmal ein (für ihn) riesiger Zweibeiner neben ihm erscheint und ihn anstarrt.

Die Pflege eines kranken Igels

Zunächst sollte Fundort, Datum, Uhrzeit und Gewicht des Igels vermerkt werden. Am besten wird er einem Tierarzt vorgestellt um ihn auf Krankheiten und Parasitenbefall zu testen. Der Tierarzt wird auch gute Ratschläge zur richtigen Fütterung des Igels haben. Viele gutmeinende Menschen setzen den Tieren nämlich eine Schüssel Milch vor, die ihm jedoch höchstens Darmprobleme und Durchfall bescheren. Der putzige Mecki ernährt sich in freier Wildbahn vor allem von Insekten, d.h., er ist ein Fleischfresser. In der Pflege freut sich daher eher über Katzen- und Hundefutter, sowie kleine Leckereien wie (ungesalzene) Erdnüsse oder zerkrümelte Kekse. Im gutsortierten Zoohandel ist auch spezielles Igeltrockenfutter erhältlich.

Für ein oder zwei Tage kann der Igel in einem großen mit Küchenrolle ausgekleideten Karton leben, allerdings ist dies keine Dauerlösung, denn er benötigt Bewegung und Auslauf. Insgesamt ist es sinnvoller, den Igel einer Igelstation zur richtigen Pflege zu übergeben oder sich dort zumindest ausführlich beraten zu lassen. Adressen sind im Internet leicht zu finden.

Dem Igel im Garten ein Quartier bieten

Wer den Igeln wirklich helfen möchte, sollte ihnen im Garten entsprechende Winterquartiere einräumen. Dies kann ganz einfach ein Haufen aus Herbstlaub, Ästen und Reisig in einer Ecke des Gartens sein oder ein Unterschlupf aus Brettern, alten Dachziegeln und ähnlichem Baumaterial, der mit Stroh und warmem Humus ausgekleidet wird.

Damit sich Mecki für den Winterschlaf dick und rund fressen kann, sollte passende Nahrung wie das bereits erwähnte Igeltrockenfutter, Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse im Garten ausgestreut werden. Wichtig: Das Futter sollte erst abends bei Einbruch der Dämmerung hingestellt werden, da Igel nachtaktiv sind! Wird das Futter morgens verteilt, haben sich längst andere Wildtiere bedient, ehe der Igel überhaupt wach ist.

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