So fühlt sich die Ratte wohl

Die Ratte hat keinen leichten Stand als Haustier: Noch immer haftet ihr das Negativ-Image eines Schädlings an, der sich in der Kanalisation herumtreibt und schreckliche Krankheiten wie die Pest überträgt oder ganze Ernten zerstört. Es mag dieses Image gewesen sein, dass Punks und andere jugendliche Subkulturen als erste dazu veranlasste, Ratten mit sich herumzutragen und die Spießer zu schocken. Doch mittlerweile ist die Ratte längst als Haustier in zahllosen Familien “angekommen”. Unterschätzt werden sollte sie dennoch nicht.

Ratten nur als Gruppe halten

Bei den als Haustier gehaltenen Ratten handelt sich übrigens um eine domestizierte Form der Farbratte (Rattus norvegicus), die sich aus der weltweit verbreiteten Wanderratte entwickelte. Die Ratten, die sich in Deutschland in freier Wildbahn tummeln und für Pest und Unheil verantwortlich gemacht werden, gehören dagegen zum Typ Hausratte (Rattus rattus).

Die domestizierte Farbratte ist ein ausgesprochen geselliges Tier und darf niemals alleine gehalten werden. Ideal ist eine kleine Rattengruppe, vor allem Geschwister, die von klein auf miteinander sozialisiert wurden. Kommen neue Ratten hinzu, muss eine vorsichtige Integration durchgeführt werden, denn das Rudel verteidigt sein Revier gegen “Eindringlinge” notfalls bis zum Tod. Es kann jedoch auch vorkommen, dass eine ältere Ratte, deren “Rudel” nach und nach verstorben ist, lieber für sich alleine bleibt, als neue jüngere Kameraden zu akzeptieren und auf diese bissig und ablehnend reagiert.  In diesem Fall muss sich der Besitzer ganz besonders um das Tier kümmern, damit es nicht vereinsamt.

Ratten brauchen Beschäftigung

Ratten sind ausgesprochen kluge Tiere, die sich schnell langweilen. Auch wenn sie ihresgleichen als Spielkameraden haben, müssen sie trotzdem Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten bekommen. Dazu ist kein teures Plastikspielzeug aus dem Handel notwendig: Die meisten Ratten stürzen sich mit wahrer Begeisterung auf Pappkartons, die mit zerknülltem Papier und Papierschnipseln gefüllt sind. Ganz besonders viel Freude haben sie natürlich, wenn sie zwischen dem Papier einige versteckte Leckerlis finden.

Auch Buddelkisten sind bei Ratten sehr beliebt – dazu sollte am besten ein Gemisch aus ganz normaler Erde aus dem Garten und Sand (z.B. Bausand oder Sand für einen Kindersandkasten) verwendet werden. Am besten eignet sich ein großer Karton, eine Wäschewanne oder eine ausrangierte Babybadewanne als Buddelkiste. Besitzer sollten allerdings stets ein Auge auf die Tiere haben, falls sie sich selbst zu tief einbuddeln und sich nicht mehr von selbst befreien können.

Labyrinthe und Röhrensysteme basteln

Etwas mehr Aufwand erfordern Labyrinthe, die aus Kartons gebastelt werden können. Je mehr Gänge, umso besser. Natürlich sollten im Labyrinth auch wieder einige Leckerlis als Belohnung versteckt werden. Beim Basteln muss darauf geachtet werden, dass zum Kleben der Innenwände nur ungiftiger Kleber verwendet wird!

Ähnlich populär sind Röhrensysteme, durch die die Ratten hindurchlaufen können. Die Innenrollen von Klopapier und Küchenrollen sind meist zu eng für Ratten – besser sind Plastikrohre aus dem Baumarkt, die sich auch gut zusammenstecken lassen. Hier ist wichtig, dass die einzelnen Röhren nicht zu lang sind, so dass sie gut gereinigt werden können. Nach jeder Reinigung können die Röhren dann wieder auf andere Weise zusammengesteckt werden, so dass sich die Ratte über eine neue Herausforderung freuen kann. Plastikröhren haben zudem den Vorteil, dass die Ratten sie nicht ständig zernagen können.

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